! Link zum Artikel über “genetisch saubere Linien” am Ende dieser Seite !

Der Australian Shepherd gilt als robuste Hunderasse mit einer langen Lebensdauer von durchschnittlich etwa 10-15 Jahren. Allerdings gibt es auch beim Aussie wie bei allen anderen Rassen gesundheitliche Risiken in der Zucht, die es durch gezielte Zuchtauslese und gewissenhafte Zuchtplanung möglichst zu minimieren gilt. Das Zuchtziel sollte immer die Verbesserung der Rasse sein, vor allem in Bezug auf die Gesundheit!

Vererbbare Gesundheits-Probleme beim Aussie sind:

  • Erkrankungen des Bewegungsapprates:
         * Hüftdysplasie (HD)
         * Ellbogendysplasie (ED)
         * Patella Luxation (PL)
         * Osteochondrosis Dissecans (OCD)
  • Augenerkrankungen:
         * Katarakt
         * Collie Eye Anomalie (CEA)
         * Progressive Retina Atrophie (PRA)
         * Iris Colobom
         ... u.a.
  • Autoimmune Krankheiten:
         * Schilddrüsenfehlfunktion
         * Demodex
         * Arthritis
         ... u.a.
  • Multiple Drug Restistance Gen-Defekt (MDR1)
  • Epilepsie
  • Herzerkrankungen
  • Allergien

Eine Herzerkrankung muss nicht unbedingt erblich bedingt sein und bei Epilepsie wird zwischen der primären (erblichen) und der sekundären (durch unterschiedliche Auslöser erworbenen) unterschieden, wobei eine eindeutige Diagnose meist sehr schwierig ist. Ob und wie Krebs bei Hunden (die häufigste Todesursache) vererbt wird, wird derzeit noch wissenschaftlich untersucht.

Nicht jede Krankheit beruht also zwangsläufig auf Vererbung, doch ist die Beachtung auftretender Erkrankungen in der Zucht immens wichtig, um eine mögliche genetische Disposition zu erkennen!

Vererbbare Fehler:

  • Zahnfehler:
         * Gebiss-Fehlstellungen (z.B. Vor- o. Rückbiss)
         * fehlende Zähne
  • “Pattern White” / “Excessive White”
    (= Weiß an anderen als im Standard vorgegebenen Körperstellen)
  • Kryptorchismus/Monorchismus
    (= fehlende o. nicht absteigende Hoden)
  • Knickrute

Um das Risiko für eine bestimmte erbliche Erkrankung zu erkennen, ist seitens des Züchters eine sorgfältige Stammbaum-Forschung notwendig. Dabei geht es nicht nur um Gesundheit bzw. Krankheiten der direkten Vorfahren sondern auch um die Geschwister der in der Ahnentafel aufgeführten Vorfahren sowie deren Nachzucht. Kommt eine bestimmte Erkrankung innerhalb einer Linie gehäuft vor, kann von einem Risiko für diese spezielle Erkrankung gesprochen werden, sofern die Relation nicht außer Acht gelassen wird. Kommt beispielsweise bei einem Deckrüden, der 1000 direkte Nachkommen hat, in einem Fall Katarakt vor, kann hier das Risiko für Katarakt eventuell dennoch geringer sein als bei einem Rüden, der zwar noch keinen Katarakt “produziert”, aber erst 50 direkte Nachkommen gezeugt hat. Das Auftreten bestimmter Erkrankungen sollte also auch immer in Bezug auf die Verhältnismäßigkeit betrachtet werden. Des Weiteren ist natürlich auch immer zu sehen, dass beim Zusammentreffen zweier Partner bestimmte “schlummernde” Krankheitsgene ihr “Gegenstück” finden und so zum Ausbruch einer Krankheit führen können.

Es gibt Erbkrankheiten, die ein Tier in sich tragen kann, ohne sie jemals weiterzugeben. Mit dem “richtigen” Partner, der ebenfalls Merkmalsträger ist, könnte jedoch die Krankheit weitergegeben werden. Des Weiteren gibt es Erkrankungen, die evtl erst spät bei einem Hund auftreten. Würde man bei jedem Zuchttier abwarten wollen, ob es selbst gänzlich frei von allen eventuellen Krankheiten ist, wäre es zu alt, um noch in der Zucht eingesetzt zu werden. Um eine annähernd definitive Aussage über die Gesundheit von Nachkommen treffen zu können, wäre es also nötig, die Nachzucht aus einer bestimmten Verpaarung möglichst ein ganzes Leben lang zu beobachten und ihren Gesundheitszustand mit entsprechenden Untersuchungen zu dokumentieren. Daher ist es immens wichtig, dass Züchter und Welpenkäufer auch nach dem Verkauf der Welpen Kontakt miteinander pflegen und Informationen austauschen. So ist also eine umfangreiche Ahnenforschung und gewissenhafte Wurfplanung die Voraussetzung für gesunde Nachkommen, doch selbst sorgfältigste Zuchtvorbereitung kann leider keine Garantie dafür leisten, dass Welpen nicht doch erkranken!

Ein Züchter muss also die Risiken seiner Linien genau kennen, um abwägen zu können, welche Verpaarung mit welchem Partner bestimmte Risiken senken kann. Oftmals erhöht sich dabei ein anderes Risiko. Da es KEINE Linien gibt, die ohne jegliches Gesundheitsrisiko sind, kann es in der Zucht in Bezug auf den Gesundheitsaspekt also nur darum gehen, die Wahrscheinlichkeit für Erberkrankungen nach besten Wissen und Gewissen möglichst gering zu halten.

Lesen Sie dazu unbedingt den Artikel der Genetik-Expertin C.A. Sharp:
Genetisch saubere Linien

 

© 2011 copyright Susanne Meyer, CLAN EDORAS Australian Shepherds
all rights reserved
Texte, Bilder und Videos unterliegen dem Urheberrecht!
Jegliches Kopieren, Vervielfältigen und Weiterverwenden ist (auch auszugsweise!) ausdrücklich untersagt